Fotogepäck für unterwasserbegeisterte Reporter

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Sorry, jetzt gibt es hier mal einen kleinen – nicht von Nikon oder Amazon gesponsorten – Werbeblock. aber ich war immer wieder auf der Suche nach einer Unterwasser-Kamera, mit der ich auch beim Tauchen meinem Fotohobby nachgehen konnte. Durch eine Empfehlung während eines Tauchurlaubs in Ägypten bin ich auf die Nikon AW 130 gestoßen (gebraucht ab etwa 200 Euro)

Die Rezensionen zur Kamera sind ganz okay, bzw. “befriedigend” (Chip u.a. bemängelt fehlende Detailschärfe, sichtbares Rauschen und fehlende Kantenschärfe), was ich bei dieser Variante der Coolpix aber vor allem toll finde ist, dass man kein externes Gehäuse braucht und trotzdem mit der Kamera bis an die Grenzen normaler Taucher gehen kann. Ausgewiesen ist die Kamera für 30 Meter Wassertiefe, ich war mit ihr aber schon bei rund 38 Metern, was der Kamera keine bleibenden Schäden gebracht hat.

Der internere Blitz ist natürlich prinzipiell abzuschalten und bringt nichts, in Kombination mit einer Taucherlampe oder mit entsprechender Nachbearbeitung der Bilder kann man aber für recht kleines Geld und mit geringem Aufwand, wunderschöne UW-Fotos machen – finde ich zumindest mit meinen Fotos. Und gerade der Punkt Nachbearbeitung ist ein weiterer Pluspunkt.

Per Wlan-Funktion und der Nikon-App kann man die Bilder extrem schnell aufs Smartphone oder den Rechner übertragen. Mit meinem Lieblingsbildprogramm “Snapseed” kann man aus den Fotos dann in der Nachbearbeitung noch schnell das Beste rausholen.

Zudem ist die Kamera sehr klein, lässt sich ohne großen Aufwand mit einem Karabiner am Jacket befestigen oder in die Innentaschen legen, wenn man mal die Hände frei haben will.

Mit Handschuhen soll es etwas schwieriger sein, die kleineren Knöpfe zu bedienen, da ich aber eigentlich nie mit Handschuhen tauche, kann ich dazu nichts sagen. Ein weiterer Pluspunkt ist die sehr lange Akku-Laufzeit, die für mehrere Tauchgänge im Dauerbetrieb reicht.

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Tipps für Arabisch-Lerner: Filme, Serien und Nachrichten auf Arabisch/Deutsch

arabisch lernenEigentlich bin ich es als Journalist ja gewohnt, Informationen aus allen möglichen Quellen zusammen zu suchen. Wenn es ums Arabische geht, muss ich aber sagen, ist die Sache – wie schon die Sprache an sich – ziemlich schwierig. Neben dem Unterricht mit dem Lehrer bin ich immer auf der Suche nach Filmen, Videos oder Serien, die ich mir auf arabisch (mit Untertiteln in deutsch oder englisch) oder auf englisch/deutsch (mit Untertiteln auf arabisch) angucken kann. Wenn man nicht auf irgendwelche illegalen Internetseiten gehen möchte, die den Rechner mit Viren verseuchen ist die Sache gar nicht so einfach. Ein paar interessante Angebote und Möglichkeiten gibt es aber, die einem dabei helfen, arabisch zu lernen, seinen Wortschatz aufzubauen und das Hörverständnis zu schulen. Weil ich als Korrespondent in allen Ländern der Region unterwegs bin, viel Nachrichten hören / verstehen muss, bin ich immer auf der Suche nach Videos, die auf Hocharabisch sind. Für mich persönlich ist das einfach am wichtigsten. Wer auf der Suche nach Videos in bestimmten Dialekten ist, der wird bei der folgenden Aufstellung leider nicht fündig.

TED-Talks

tedEine der besten Quellen mit einem unerschöpflichen Vorrat an Videos und Material sind TED-Talks. Ihr wisst nicht was das ist? Die TED-Talks sind ein echt spannendes Format: Vorträge, Konferenzen, bei denen wirklich intelligente Menschen Vorträge in aller Welt halten. Biologen sprechen über die Wichtigkeit von Bienen in der Umwelt, Menschenrechtsaktivisten über die Entwicklungen des Arabischen Frühlings, Computerdesigner über die Bedeutung des mathematisch korrekt berechneten Lichts in Animationsfilmen wie “Findet Nemo”. Jeden Werktag werden neue Videos veröffentlicht von den Vorträgen. Und das absolut Tolle ist: Mit allen möglichen Untertiteln, darunter eben auch auf arabisch. Die Suchfunktion der Seite ist zwar nicht die beste und man muss manchmal ein bisschen rumsuchen (z.B. wenn man Videos mit gesprochenem arabisch und arabischen Untertiteln sucht) aber Vorträge auf englisch / deutsch mit arabischen Untertiteln findet man hunderte mit einem Klick. Und das schöne ist: Man lernt nicht nur die Sprache, sondern erweitern auch sonst sein Weltwissen. Absolute Empfehlung. Gibt es auch als App für’s Lernen unterwegs. Videos können heruntergeladen werden.

Hier geht es direkt zu den Videos auf arabisch: https://www.ted.com/talks?sort=newest&language=ar

 

WDR for you / SWR for refugees – Nachrichten für Flüchtlinge

Die öffentlich-rechtlichen Sender WDR und SWR verbreiten in unregelmäßigen Abständen (aber schon täglich) immer wieder Videos und Nachrichten für Flüchtlinge in Deutschland. Die kleinen 4-6 minütigen Filmchen sind meist auf deutsch mit arabischen Untertiteln oder sie werden von zwei Moderatoren gesprochen, wobei der eine arabisch und der andere deutsch spricht (oder Farsi oder englisch). Das ist dann zwar nicht genau 1:1 der selbe Inhalt, aber für das Verständnis des Inhalts recht hilfreich. Dadurch kann man den Wortschatz aufbauen und sein Hörverständnis verbessern.

Die Videos gibt es einmal auf den Webseiten der Sender: Hier geht es zum WDR und hier zum SWR.

Dazu bieten beide Sender aber auch Youtube-Kanäle an, bzw Facebookseiten, was ganz praktisch ist, weil man dann immer wieder mal kleine Videos in den Newsstream gespült bekommt und quasi “zwischendurch” ein bisschen arabisch lernen kann.

 

Die Sesamstraße auf arabisch

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Der NDR macht es ein bisschen anders: Er bietet für Flüchtlingskinder die Sesamstraße in ihrer arabischen Fassung an – mit deutschen Untertiteln: Iftah ya simsim (“Sesam öffne Dich”).

Die einzelnen Episoden dauern etwa 6-8 Minuten und es ist zwischendurch immer mal wieder ganz witzig, sich diese kleinen Kinderepisoden anzugucken, weil sie rein sprachlich entsprechend schlicht gestaltet sind und es viele Wiederholungen gibt, so dass man dadurch seinen Wortschatz ganz gut aufbauen kann.

Hier geht es zur Seite des NDR.

 

Wer wird Millionär auf arabisch

Auf deutsch habe ich die Sendung mit Günther Jauch schon echt lange nicht mehr geguckt, auf arabisch aber wieder für mich entdeckt. Bei Youtube gibt es einige Episoden und Ausschnitte der arabischen Variante von “Wer wird Millionär”, ausgestrahlt von MBC. Das ganze ist vor allem für Fortgeschrittene interessant, weil es keinerlei Untertitel gibt, sondern die Folgen rein auf arabisch sind. Trotzdem ist der Inhalt häufig recht gut verständlich. Das liegt daran, dass das Konzept der Sendung den meisten bekannt ist und man sich den Inhalt so ganz gut erschließen kann. Und zweitens werden Fragen und Antwortmöglichkeiten ja mit eingeblendet, was das Verständnis erleichtert. Tatsächlich macht es Spaß, die Folgen anzugucken und mitzuraten, weil man dadurch auch immer ein bisschen über die arabische Welt lernt. Außerdem ist Moderator George Kordahi recht amüsant anzugucken und spricht sehr verständlich.

Hier der Link zu einer Folge, von der aus man sich dann immer weiter durch Youtube klicken kann. Eine komplette Playlist gibt es nicht, soweit ich gesehen habe.

 

Omar

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Serien gucken ist in der arabischen Welt ja vor allem im Ramadan absolut angesagt. Mit extrem viel Geld werden meist mehr oder weniger kitschige Serien produziert, die dann den Monat über gezeigt werden und die Familien vor dem Fernsehen versammeln. Eine Empfehlung, die ich immer wieder bekommen habe, ist die historische Serie “Omar” über den gleichnamigen Kalifen.

Die Serie wurde von MBC ausgestrahlt, hat 30 Episoden und wurde auf hocharabisch produziert. Im Internet finden sich alle Folgen mit englischen Untertiteln.

Hier geht es zu den archivierten Folgen.

Generell kann man sich MBC auch online im Livestream angucken. Die meisten Filme und Sendungen dort sind auf englisch mit arabischen Untertiteln.

Wer es gerne etwas aktueller und politischer mag, der findet auf Youtube noch weitere Serien mit englischen Untertiteln. Die sind aber mitunter recht schwer zu verstehen, weil sie nicht in perfektem Hocharabisch sind, sondern vom Vokabular her auch eher umgangssprachlich. Das ist natürlich näher an der Realität aber wirklich eher für sehr fortgeschrittene Arabischlerner interessant. In dem Fall empfehlenswert sind folgende beide Serien:

“Black Crows” über die Frauen des IS: Leider gibt es im Netz nur die erste Folge.

“Shawq” (Würde ich jetzt mit “Sehnsucht” übersetzen) hat einen ähnlichen Plot – nur von der anderen Seite. Wie ist das Leben in Syrien unter dem IS? Hier gibt es deutlich mehr Episoden online zu finden.

 

Al Khawatir

khawatir* Auf diese Serie (wie auch bei einigen anderen der Tipps hier) bin ich über die Internetseite fluentu gestoßen, hab mich noch nicht durch alles durchgeklickt, aber es klingt zumindest interessant und macht einen guten ersten Eindruck.

Kurze Story und mehr als 70 Stunden Material: Ein junger Saudi lässt alles hinter sich, verlässt die Heimat und reist durch die Welt. Er macht sich auf die Suche nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen den Kulturen. Dabei schauen wir ihm über die Schulter. Beiträge sind auf arabisch mit englischen Untertiteln. Hier geht es zum Youtube-Kanal der ersten Staffel, von da aus kann man sich dann weiter durchklicken.

 

Ich denke, das sollte an Material für die nächsten Wochen und Monate erstmal ausreichen. Wem das alles noch nicht reicht und wer sich Hollywood-Blockbuster, Serien aus den USA und der arabischen Welt auf arabisch (oder mit arabischen Untertiteln) angucken will, der kann sich knapp 9 Euro pro Monat ein Abo des arabischen Netflix-Pendants besorgen: Starzplay mit zugehöriger Mobile App. Das Angebot ist gut und es gibt eine riesige Auswahl, man muss da aber tatsächlich immer ein wenig gucken, in welchem Dialekt die Filme sind und welche Untertitel verfügbar sind.

Habt Ihr noch andere Tipps? Welche Serien / Filme guckt Ihr zum Arabischlernen? Nutzt Ihr noch andere Webseiten, die Ihr weiterempfehlen könnt? Sagt gerne Bescheid!

Zur Lage der Region #2 – Tunesien und der Tourismus

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Ach, Tunesien, Du Land der Sonne und der weißen Strände. Irgendwie kommst Du touristisch gerade nicht auf die Beine. Drei größere Anschläge im letzten Jahr haben dazu geführt, dass kaum noch europäische Touristen ins Land kommen. “Russen sind viele da”, hört man immer wieder. Aber kein russisch in den Straßen. “Die bleiben halt alle im Ressort und gehen nicht raus”, hört man dann weiter.
In der Presse geistern verschiedene Zahlen umher. Um 30 Prozent sei der Tourismus eingebrochen in dieser Saison. andere sprechen von mehr als 50 Prozent. In der Medina von Tunis springt kaum einer der Händler auf, wenn ich – offensichtlich nicht einheimisch – vorbei flaniere. Irgendwie hängt Lethargie und Resignation in den kleinen Gassen. Aber woran liegt das?
Vergangene Woche dann ein Interview des lokalen Radiosenders mit dem deutschen Botschafter. Für einen Diplomaten wählt er erstaunlich harsche Worte, wenn man der Übersetzung des Radios glaubt (ich habe das Interview selbst nicht gehört): „Dass so wenig deutsche Urlauber nach Tunesien kommen wollen, liegt nicht nur an der Sicherheitslage, sondern auch an der Servicequalität im Tourismusbereich. Für Deutsche ist Sauberkeit ein äußerst wichtiges Kriterium. Wenn ein Tourist aber wie auf Djerba die Müllberge überall sieht, dann kommt er niemals wieder. … Tunesien braucht zündende Ideen und Luxushotels, um im schwierigen internationalen Konkurrenzkampf Touristen ins Land zu holen.” (zit. nach Pressespiegel dt. Botschaft vom 10.08.16)

Und ja, irgendwie hat er leider recht. Die Müllberge in den Straßen (auch in Tunis) sind unübersehbar. Es riecht penetrant nach Müll und Fäkalien – was bei knapp 40 Grad Celsius noch immer etwas penetranter wirkt. Letztens kam mein tunesischer Kollege mit einer Sprühflasche Jasminduft ins Büro und nebelte alles ein. Selbst er ist überrascht und genervt von der aktuellen Situation.

Angesichts eines freien Wochenendes habe ich Tunesien jetzt aber auch einmal aus Sicht eines klassischen Touristen entdecken können. Aufgabe 1: Spontan ein Mietauto bekommen – so gut wie unmöglich und mit extremem Aufwand verbunden. Niemand wollte uns für 3 Tage ein Auto vermieten. Eine Woche ja, aber ein paar Tage? Nein!
Dann sind wir in den Osten gefahren, an die algerische Grenze nach Tabarka. Das soll das Tauchparadies sein. Da haben wir dann mehreres feststellen können: Es waren außer uns trotz Hauptsaison kaum andere (ausländische) Touristen da. Der Service war unterirdisch – und niemanden hat es interessiert. Wir wurden mit Kinderplastikflossen und extrem schlechtem Equipment ins Wasser geschubst. Auf unsere Einwände hat niemand reagiert, wir hätten uns fast geweigert ins Wasser zu gehen, wenn wir nicht zu neugierig gewesen wären auf die Unterwasserwelt.
Bei der Rückfahrt nach Tunis über Land sind wir in eine Straßenblockade gekommen. Später erfahre ich, dass es sich um eine spontane Blockade der Bauern im Osten gehandelt haben soll. Die Wasserversorgung ist derzeit vor allem im ländlichen Gebiet sehr besorgniserregend. Immer wieder kommt es in letzter Zeit zu Blockaden und kleineren Aufruhren.
Dann noch ein kurzer Abstecher in die alte römische Ruinenstadt “Bulla Regia” – einer Art tunesischem Pompeji. Wir kommen eine Stunde vor Toreschluss an. Als wir in den Ruinen stehen tritt eine Führerin an mich heran (mich wundert, dass es überhaupt nur eine gibt) und bittet fast schon flehend, ob sie uns nicht etwas erzählen darf. Wir sind die ersten Touristen des Tages.

Tauchen auf den niederländischen Antillen

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Im April / Mai 2016 bin ich das erste Mal in der niederländischen Karibik getaucht: Auf Bonaire und Curacao. Die Inseln nennen sich “Diver’s Paradise”. Und das sind sie auch. Das besondere an den Inseln ist, dass man nicht erst groß an einer Basis angedockt ist und dort mit Bootstour und großer Gruppe tauchen gehen muss, sondern man packt sich sein ganzes Equipment und seine Flaschen ins Mietauto und fährt einfach eigenständig über die Insel.

Tauchen auf den ABC’s ist ziemlich einfach. Überall am Straßenrand in Küstennähe liegen kleine gelbe Steine, die anzeigen, dass sich hier ein Tauchplatz befindet. An einigen Stellen sind die Tauchspots alle hundert Meter voneinander entfernt. Und trotzdem total unterschiedlich. Du fängst vielleicht an einem kleinen Doppelriff an, fährst 100 Meter weiter und tauchst zwischen den Stehlen einer alten Industrieanlage und fährst dann nochmal ein paar hundert Meter weiter und bist an einer tiefen Wand, an der es Schildkröten gibt.

Wenn Ihr auf Großfische steht, dann solltet ihr allerdings tatäschlich woanders tauchen. Auch wenn ihr Palmen und Postkartenstrände haben wollt. Die gibt es dort nämlich nur ganz selten. Bis auf die Flamingos. Aber unter Wasser ist die Hölle los. Bonaire ist deutlich facettenreicher als Curacao, die Tauchplätze liegen näher zusammen und es ist einfacher, dort zu tauchen. Bei Curacao ist die Anfahrt der Spots schwieriger, dafür gibt es an Land etwas mehr zu erleben – ohne die nervigen amerikanischen Touristen, wie sie in die Casinos auf Aruba strömen. Wir hatten mit Bonaire angefangen und waren von Curacao trotzdem begeistert, weil die Plätze nochmal ganz anders waren, mehr Navigation erforderten und wir uns auf die vielen Kleinigkeiten am Riff konzentrieren konnten.

Ein paar Fotoeindrücke gibt es in meinem Flickr stream. Insgesamt haben wir mehr als 30 Tauchgänge gemacht (allein auf Bonaire gibt es aber 103 offizielle Tauchplätze). Trotzdem ist hier meine absolute TOP 5:

Bonaire:

“The Invisibles” (Ein Doppelriff mit vielen Fischschwärmen)

“Salt Pier” (Alte Entsalzungsanlage, die man betauchen kann, wenn keine Schiffe anlegen. Sehr surreale Unterwasserwelt)

“Playa Frans” (Weiter draußen geht es kaum. Hier ist niemand, weil es ein verlassenes Fischernest ist und man eine halbe Stunde über eine staubige Buckelpiste fahren muss. Dafür sind die Korallen hier absolut gesund und herrlich.)

“Karpata” and “1.000 Steps” (Beliebte Tauchspots mit großen Wänden, aber es lohnt sich sehr, dort auch mal zwei Mal zu tauchen)

“Hilma Hooker” (Ja gut, DAS Wrack halt auf Bonaire. Aber man muss schon einmal unten gewesen sein. Da es nicht zu tief liegt (bei 20 Metern fängt es etwa an), kann man hier auch als Anfänger schon gut was sehen)

Curacao:

“Playa Grandi” (Ganz im Norden gelegen, eine wunderschöne Bucht, an der die Einheimischen ihre Picknicks machen. Hier herrscht Schildkrötenalarm. Wir sind rein und waren sofort von 10 Schildkröten umzingelt im falchen Wasser. Das Riff ist auch sehr ansprechend und abwechslungsreich)

“Superior Producer” (Als wir dieses 51 m lange Wrack betaucht haben, sind wir auf gut 30 m von einer Armada von mehr als 60 großen Tarpunen begrüßt worden. Extrem nervenaufreibend, aber wunderschön).

“The Valley / Porto Marie” (Ich gehe halt gerne wandern und mag daher große Unterwasserlandschaften. Hier findet man nach dem übertauchen eines Sandkessels ein großes Felsentor, wie im Herrn der Ringe, das einen ins tiefe Blau entlässt. Viele Fische und eine Landschaft, die ich selten so gesehen habe.)

“Mushroom Forest” (Wird immer als “must see” bezeichnet. Ok, kann man sich anschauen, weil die Korallen hier gewachsen sind wie Pilze. Flacher Tauchgang, hier ist viel los und wenn man gut ist, kann man in die Blaue Grotte navigieren, wo wunderschönes Licht ist)

“Tugboat” (Ein kleines Wrack eines Schleppers, das aber direkt an der Küste direkt unter der Wasseroberfläche liegt. Hier sind viele kleine Fische und das Licht ist super für Utnerwasserfotografie. Wenn man ein bisschen weiter taucht, findet man eine schöne Riffwand, die man noch entlangtauchen kann).

Noch ein kurzer letzter Hinweis: In Deutschland hatte ich mir verschiedene Reiseführer zum Tauchen auf den ABC’s getaucht. Braucht man nicht. Vor Ort gibt es super Reiseführer zu kaufen: “Dive Guide Bonaire / Curacao”. Die kosten um die 25 Euro und beinhalten alle Tauchplätze mit detaillierten Beschreibungen. Herausgeber ist “Carribean Diveguides”. Das Papier ist zudem dicker und kann ruhig nass werden.

Syrien: Bessere Tage

Die Fotos meiner Hamburger Ausstellung “Syrien – Bessere Tage” liegen jetzt bei mir zuhause. Sie zeugen von .. naja … besseren Tagen in Syrien. Impressionen meiner Zeit, die ich dort vor dem Bürgerkrieg verbringen durfte. Ich habe mich jetzt dazu entschieden, die Fotos für eine selbst zu bestimmende Spende abzugeben. Die weihnachtliche Spendenzeit ist zwar vorbei, aber in der Passionszeit kann man ruhig auch ein bisschen fasten. Das Geld soll an eine kleine Hilfsorganisation im Libanon gehen. Eine Freundin hat dort vor einigen Jahren die “Akut-Hilfe für Kinder und Jugendliche im Libanon” gegründet. Es sind nur eine handvoll Leute, die sich dort ehrenamtlich engagieren und die ganz gezielt schwer kranken syrischen Flüchtlingskindern medizinische Hilfe zukommen lassen. Dafür haben sie gute (inoffizielle) Netzwerke mit einzelnen Ärzten gesponnen, denn eine Behandlung gibt es nur gegen Bares im Libanon. Jedes Jahr helfen sie – eben sehr konzentriert – drei bis vier Kindern, die ohne Behandlung vermutlich sterben würden. Alle dort arbeiten sehr konzentriert an der Hilfe, haben keine Verwaltungskosten, d.h. das Geld geht direkt in die Hilfe der Kinder. Da ich Sarah und ihre Freunde von meinen Besuchen aus Beirut kenne unterstütze ich ihre Arbeit sehr gerne.

Hier sind die Bilder, die ich zur Verfügung stelle: https://www.flickr.com/photos/56117539@N05/sets/72157650531507979/

Und hier ist die Seite der Akut-Hilfe: http://akuthilfe-kinder-libanon.de/wp/#

Wochenendtrip nach Island

Warum zum Teufel fliegt man ein verlängertes Wochenende nach Reykjavik? Und das noch im November? Klar, Island ist eine wunderschöne Insel. Gerade wenn im Sommer die Sonne die ganze Nacht hindurch scheint. Sich das Land mit Sturmböen und Nieselregen aber im November bei maximal Dämmerlicht anzutun muss einen guten Grund haben. Und der heißt: Iceland Airwaves! Das Festival ist das wichtigste Musikfestival des Landes (gut, das ist nicht schwer), aber auch europaweit eines der wichtigsten Festivals für nordeuropäische Rock- und Independentmusik.

Letztes Jahr war ich für NDR und Deutschlandradio Kultur auf der Insel und habe ein längeres Feature über die wunderbare Musikszene in  Reykjavik gemacht (“Der Tanz auf dem Vulkan”).

Erkenntnisse: Jeder zweite Isländer macht Musik. 50 Prozent sind Dichter. Die Bands tauschen untereinander Musiker wie wir früher Panini-Bildchen. Jeder Isländer kann so ziemlich jedes Instrument spielen – und tut es auch. Man darf Fehler machen: Hat man ein schlechtes Album gemacht, bekommt man von den Zuhörern eine nächste Chance – oder man gründet eine neue Band. Es gibt keine Dating-Kultur: Man geht einfach mit einer anderen Person in die Kiste und wenn man das mehr als drei Mal macht, ist man zusammen.

Dieses Jahr habe ich auf soziologische Untersuchungen verzichtet und mich mal komplett auf die Musik eingelassen. Die fünf Tage schwankten dann zwischen: “Meine Fresse, ist das schön” bis zu “Hey, Twitter sagt, nebenan ist ein gutes Konzert, lass lieber dahin gehen…. Twitter ist ein Arsch…”

Das wunderbare am Airwaves ist die Nähe in Reykjavik. Die Konzerte finden in vielen kleinen (und größeren) Locations statt. Aber immer kann man fußläufig zwischen den Konzerten wechseln. Von der großen Konzerthalle in die alte Oper in eine abgeranzte Rockbar, ins Kunstmuseum, in eine alte Kirche am See. Dazu Band von Singer-/Songwirter bis Punkrock und elektronischem Gekreische, das eher an eine Kommunikation mit Aliens erinnert. Hier also ein kleiner Streifzug durchs Festivalprogramm mit meinen persönlichen (positiven) Entdeckungen, die ich weiterempfehlen möchte. Eine kleine Warnung vorweg: Die Isländer mögen es gerne elektronisch):

Das erste Konzert war direkt ein Highlight: Off-Venue, sechs Zuschauer und eine Band aus Amerika. Aber hey, mit “The Anatomy of Frank” bin ich gut ins Festival gestartet:

Besonders gefreut hatte ich mich eigentlich auf den Auftritt von “Kaleo”. Ein bisschen hatte ich mir die Bands im Vorfeld angeschaut und wollte sie unbedingt sehen. Leider wurde der Sänger kurzfristig krank, der Auftritt abgesagt. Aber nach diesem Lied kann man nur hoffen, dass ich sie bald mal live erlebe:

Japp, das ganze ist jetzt alles sehr ruhig. Und so bleibt es auch, wird aber elektrischer. Am ersten Tag ging es natürlich sofort ins “12 Tonàr”. DEM Musikladen in Island, einem kleinen, gelben Häuschen in Reykjavik. Der Laden ist auch ein Label und verlegt die vielversprechendsten Künstler des Landes. Bei selbstgemahlenem Kaffe sitzt man in plüschigen Sesseln, liest ein bisschen, unterhält sich mit Inhaber Laurus und genießt Musik einfach sehr bewusst. Unter vielen CD’s habe ich dann “Low Roar” entdeckt. Das Album “O” ist etwas für Herbsttage in der Badewanne, lange Autofahrten durch ein nebliges Dithmarschen oder … nein, nicht für den Morgen nach einer langen Partynacht.

P.S.: Live leider eine ziemliche Enttäuschung. Ein wenig enttäuscht – live- war ich dann von “Hymnalaya”. Die Band war meine Entdeckung des letzten Jahres. Die riesige Kapelle hatte damals noch nie zusammen live gespielt, das Album war in unterschiedlichen Gruppen aufgenommen worden. Der Auftritt in der alten Oper war deswegen der Hammer. In diesem Jahr war die Band leider sehr reduziert. Die Lieder sind aber immer noch fantastisch. Besinnliche Hymnen und Gitarren und eine schöne Stimme:

So, und jetzt wirds elektrischer. Eine Sache, die im letzten Jahr in Reykjavik aufkam: Nordlichter über der Stadt, die sich wabernd grün über den Nachthimmel zogen. “Look at the lights”. Passenderweise hatte “Sin Fang” in diesem Jahr dazu gesungen und ein sehr schönes Konzert abgeliefert. Leider ohne Nordlichter:

Beim Absackerbierchen in einer Bar traf ich dann auf Singer-/Songwirter “Junius Meyvant”:

Ebenfalls ruhig und auf der Platte für die langen Autofahrten durch Dithmarschen: “Ásgeir”

Eine der schönsten Locations beim Festival ist übrigens die “Frijkirkjan”, eine kleine Kirche, direkt am See gelegen. Eine Band wie “Árstíðir” passt da sehr gut rein:

Bisschen rockiger war’s bei “Ourlives”. Ziemliche Pop-/Rock-Konserven-Musik. Live aber ganz nett und tatsächlich eine gute Erholung zwischen all den doch recht anstrengenden Elektrobands. Deswegen auch hier in der Liste:

Und noch was isländisches zum Schluss. Eine isländische Folk-Pop-Band (hier mit einem englischen Lied): “Útidúr” – nicht versuchen den Namen auszusprechen. Dabei haben schon Menschen ihre Zungen verschluckt. Die Einfachheit täuscht:

Während des Festivals wurde auch die “Nordicplaylist” vorgestellt. Wer also auf nordische Musik steht, der sollte da mal reinschauen: Jede Woche stellen Künstler ihre Neuentdeckungen vor: http://nordicplaylist.com/

Soweit ein kleiner Einblick – unter doch sehr speziellem und persönlichem Fokus – auf eins der schönsten Musikfestivals, die es gibt. Bei 220 Bands ist es natürlich schwierig, die kleinen Perlen zu finden. Aber gerade oben genannten Bands lassen sich auch hier in Deutschland noch wunderbar noch weiterhören.

Zum Glück Island

Wieso verdammt nochmal zählen sich die Isländer eigentlich zu den glücklichsten Menschen dieser Welt? Es ist zumeist kalt, dunkel, gut… wunderschön landschaftlich. Aber das Bier ist teuer. Für die ARD Themenwoche “Zum Gkück” habe ich mich auf die Suche nach dem Glücksrezept der Isländer gemacht – und mich irgendwann in der Melancholie der Musik verloren. Aber hört selbst. Hier mein Beitrag aus dem “Echo der Welt” im WDR- und NDR-Radio.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Demnächst gibt es auch noch eigene Beiträge zur Musikszene und vielem mehr, was ich vor einiger Zeit in Island erlebt hab.