Tauchen auf den niederländischen Antillen

DCIM100GOPRO

Im April / Mai 2016 bin ich das erste Mal in der niederländischen Karibik getaucht: Auf Bonaire und Curacao. Die Inseln nennen sich “Diver’s Paradise”. Und das sind sie auch. Das besondere an den Inseln ist, dass man nicht erst groß an einer Basis angedockt ist und dort mit Bootstour und großer Gruppe tauchen gehen muss, sondern man packt sich sein ganzes Equipment und seine Flaschen ins Mietauto und fährt einfach eigenständig über die Insel.

Tauchen auf den ABC’s ist ziemlich einfach. Überall am Straßenrand in Küstennähe liegen kleine gelbe Steine, die anzeigen, dass sich hier ein Tauchplatz befindet. An einigen Stellen sind die Tauchspots alle hundert Meter voneinander entfernt. Und trotzdem total unterschiedlich. Du fängst vielleicht an einem kleinen Doppelriff an, fährst 100 Meter weiter und tauchst zwischen den Stehlen einer alten Industrieanlage und fährst dann nochmal ein paar hundert Meter weiter und bist an einer tiefen Wand, an der es Schildkröten gibt.

Wenn Ihr auf Großfische steht, dann solltet ihr allerdings tatäschlich woanders tauchen. Auch wenn ihr Palmen und Postkartenstrände haben wollt. Die gibt es dort nämlich nur ganz selten. Bis auf die Flamingos. Aber unter Wasser ist die Hölle los. Bonaire ist deutlich facettenreicher als Curacao, die Tauchplätze liegen näher zusammen und es ist einfacher, dort zu tauchen. Bei Curacao ist die Anfahrt der Spots schwieriger, dafür gibt es an Land etwas mehr zu erleben – ohne die nervigen amerikanischen Touristen, wie sie in die Casinos auf Aruba strömen. Wir hatten mit Bonaire angefangen und waren von Curacao trotzdem begeistert, weil die Plätze nochmal ganz anders waren, mehr Navigation erforderten und wir uns auf die vielen Kleinigkeiten am Riff konzentrieren konnten.

Ein paar Fotoeindrücke gibt es in meinem Flickr stream. Insgesamt haben wir mehr als 30 Tauchgänge gemacht (allein auf Bonaire gibt es aber 103 offizielle Tauchplätze). Trotzdem ist hier meine absolute TOP 5:

Bonaire:

“The Invisibles” (Ein Doppelriff mit vielen Fischschwärmen)

“Salt Pier” (Alte Entsalzungsanlage, die man betauchen kann, wenn keine Schiffe anlegen. Sehr surreale Unterwasserwelt)

“Playa Frans” (Weiter draußen geht es kaum. Hier ist niemand, weil es ein verlassenes Fischernest ist und man eine halbe Stunde über eine staubige Buckelpiste fahren muss. Dafür sind die Korallen hier absolut gesund und herrlich.)

“Karpata” and “1.000 Steps” (Beliebte Tauchspots mit großen Wänden, aber es lohnt sich sehr, dort auch mal zwei Mal zu tauchen)

“Hilma Hooker” (Ja gut, DAS Wrack halt auf Bonaire. Aber man muss schon einmal unten gewesen sein. Da es nicht zu tief liegt (bei 20 Metern fängt es etwa an), kann man hier auch als Anfänger schon gut was sehen)

Curacao:

“Playa Grandi” (Ganz im Norden gelegen, eine wunderschöne Bucht, an der die Einheimischen ihre Picknicks machen. Hier herrscht Schildkrötenalarm. Wir sind rein und waren sofort von 10 Schildkröten umzingelt im falchen Wasser. Das Riff ist auch sehr ansprechend und abwechslungsreich)

“Superior Producer” (Als wir dieses 51 m lange Wrack betaucht haben, sind wir auf gut 30 m von einer Armada von mehr als 60 großen Tarpunen begrüßt worden. Extrem nervenaufreibend, aber wunderschön).

“The Valley / Porto Marie” (Ich gehe halt gerne wandern und mag daher große Unterwasserlandschaften. Hier findet man nach dem übertauchen eines Sandkessels ein großes Felsentor, wie im Herrn der Ringe, das einen ins tiefe Blau entlässt. Viele Fische und eine Landschaft, die ich selten so gesehen habe.)

“Mushroom Forest” (Wird immer als “must see” bezeichnet. Ok, kann man sich anschauen, weil die Korallen hier gewachsen sind wie Pilze. Flacher Tauchgang, hier ist viel los und wenn man gut ist, kann man in die Blaue Grotte navigieren, wo wunderschönes Licht ist)

“Tugboat” (Ein kleines Wrack eines Schleppers, das aber direkt an der Küste direkt unter der Wasseroberfläche liegt. Hier sind viele kleine Fische und das Licht ist super für Utnerwasserfotografie. Wenn man ein bisschen weiter taucht, findet man eine schöne Riffwand, die man noch entlangtauchen kann).

Noch ein kurzer letzter Hinweis: In Deutschland hatte ich mir verschiedene Reiseführer zum Tauchen auf den ABC’s getaucht. Braucht man nicht. Vor Ort gibt es super Reiseführer zu kaufen: “Dive Guide Bonaire / Curacao”. Die kosten um die 25 Euro und beinhalten alle Tauchplätze mit detaillierten Beschreibungen. Herausgeber ist “Carribean Diveguides”. Das Papier ist zudem dicker und kann ruhig nass werden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *