Apps und Gadgets für den mobilen Reporter

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Als (multimedialer) Reporter bin ich seit mittlerweile gut neun Jahren in der Welt unterwegs. Dabei bin ich vor allem Spielkind geblieben und liebe es, neue Gadgets oder Apps auszuprobieren, die mir das Reporterleben erleichtern. Zu Beginn des Jahres 2017 möchte ich daher einen kleinen Blick auf meinen #Homescreen erlauben und ein gerne eine paar Apps und Ausrüstungsgegenstände vorstellen, die mir das Leben sehr erleichtern.

Ich habe zwar – je nach Einsatz – auch immer eine Spiegelreflexkamera (Nikon D300s) oder eine Videokamera (Canon EOS C100) oder ein vernünftiges Audioaufnahmegerät (Zoom H2n) dabei, aber für schnelle Einsätze und die alltägliche Arbeit haben sich doch ein paar Programme aus extrem hilfreich erwiesen:

evernote-logo-designEvernote

Mein digitales Büro und Gedächtnis möchte ich nicht mehr missen und habe mir auch einen kostenpflichtigen Pro-Zugang zugelegt – nicht wegen des größeren Speichers, sondern weil ich dadurch pdf-Dateien durchsuchbar machen und bearbeiten kann. In Verbindung mit dem Webclipper ist Evernote absolut unerlässlich für mich bei Büro-Organisation und Recherche. Um den Überblick zu behalten benutze ich eine recht simple Organisationsstruktur mit durchnummerierten Notizbüchern (damit ich immer sortiert den Überblick behalte:

INBOX /  PROJEKTE (für größere Projekte wie Vorlesungen, Seminare, Hochzeit) / IDEEN UND INSPIRATION (wo ich unter anderem neue Tools etc abspeichere) / RECHERCHEN (s.u.) / TO READ (tolle Texte, Reportagen, Audio- oder Multimediastücke) / KONTAKTE (mit Visitenkarten) / POST etc.

Gerade für mich als Journalisten interessant ist natürlich die Recherche-Abteilung, wo einfach auch viel abgespeichert wird, was ich kurz im Netz finde. Daher ist es wichtig, hier den Überblick zu behalten. Ich habe dieses Notizbuch daher noch einmal unterteilt: Für jedes Land, für das ich als Korrespondent evrantwortlich bin ein eigenes Notizbuch, und für eigene Themenblöche noch einmal.

Zusätzlich zur Desktopvariante nutze ich natürlich auch die App auf dem Handy, weil ich damit sowohl Notizen unterwegs schnell hinzufügen kann, wie auch Dokumente abfotografieren, die dann bei Textdokumenten direkt als pdf abgespeichert werden. Wegen der sehr, sehr guten Texterkennung sind die pdfs dann auch super durchsuchbar.

IFTTT – If This Then That

Ich stehe mittlerweile total auf Automatisierung – was vermutlich jeder Privatssphäre widerspricht, aber mit diesem netten Programm lasse ich verschiedene Apps und Geräte miteinander kommunizieren. Wenn die Wetterapp also erfährt, dass es am Morgen regnet, kann man sich eine SMS oder sonstige Nachricht schicken lassen, die einem sagt, dass man den Regenschirm einpacken soll. Es gibt mittlerweile unzählige solcher “Rezepte”, wie das bei IFTTT heißt, journalistisch nutze ich es aber z.B. dafür, dass interessante Links auf Twitter, wenn ich sie mit einem Herzchen like, in meine Leseliste (to Read) und dort gespeichert werden. Oder Termine, die ich im Kalender eintragen, werden direkt in meine To Do – Liste eingetragen.

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Eine klassische ToDo-Liste, für private und berufliche Aufgaben, die ich regelmäßig nutze, weil ich sie auch mit IFTTT synchronisieren kann und daher alle wichtigen Termine an einem Ort habe.

 

pocket-logoPocket

Die Pocket ist mein digitaler Zeitungs-Ablage-Stapel. Mein “Ach, das lese ich später!” Wenn ich morgens die diversen Nachrichten- und Newsapps durchgehe und später etwas lesen möchte, dann lege ich alles in die Pocket, von wo aus ich dann wirklich interessante Texte auch einfach weiterleiten kann an Evernote.

 

nuzzel-logo-1024x1024Nuzzel

Wieviel Zeit vergeudet man eigentlich damit, durch den Twitter- oder Facebook-Stream zu gehen, um auch zu gucken, welche interessanten Texte die digitalen Freunde empfehlen? Das macht Nuzzel jetzt für mich. Verbunden mit Twitter und Facebook zeigt es mir an, welches die beliebtesten, meistgeteilten oder sonstwie wichtigen Texte / Links aktuell sind. Man kann auch “Newsletter” nach Themengebieten abonnieren. Auch hier wieder: Interessante Texte landen in der Pocket oder bei Evernote.

imageshrink wetransferImageShrink & WeTransfer

Wenn ich Schnell Fotos oder Videos per Handy verschicken möchte, dann nutze ich die beiden Apps ImageShrink und WeTransfer. Erstere App verkleinert ganz einfach die Dateigröße und per WeTransfer kann ich sehr simpel auch große Datenpakete verschicken.

snapseedSnapseed

Bei der schnellen Bildbearbeitung unterwegs setze ich auf Snapseed. Die App ist sehr simpel und kostenlos und ich kann in ein paar Sekunden meine Bilder mit den wichtigsten Mitteln bearbeiten (Helligkeit, Kontrast), zuschneiden und versenden.

cogiCogi

Ganz neu auf dem Handy habe ich die “Reporterapp” Cogi, die ich bislang nur in der kostenlosen Variante benutze. Ich finde den Ansatz der App ziemlich gut, um bei Pressekonferenzen und sonstigen Terminen oder Interviews nicht zu viel Material mitzubringen, wenn es schnell gehen muss. Zu Beginn einer PK zum Beispiel sarte ich eine neue Sitzung, die App zeichnet den Ton mit auf, speichert ihn aber nicht. Erst wenn ich der Meinung bin “ah, das ist ja jetzt interessant”, sage ich das per einfach touch der App und sie speichert die Tonaufnahme bis ich “Stop” sage. Der Clou dabei: Die App springt dabei per Timeshift bis zu 45 Sekunden und speichert auch das zuvor gesagte auf. Außerdem kann ich dazu kleine Notizen schreiben und Fotos aufnehmen – und die später auch einfach teilen und darauf zurückgreifen.

dragonLogoDragon Naturally Speaking

Überhaupt: Das lästige Thema “Interviews transkribieren”. Damit beschäftige ich mich schon lange, weil ich immer auch auf der Suche war nach einem Programm, das mir automatisch Interviews transkribiert (s. Blogeintrag hier). Ich bin ein großer Fan von Materialsammlungen, weil man wichtige Interviews vielleicht ja auch später nochmal gut gebrauchen kann, oder wenn man einen anderen Aspekt des Gesprächs verwenden will. Aber wie Tonaufnahmen durchsuchen? Man muss sie transkribieren! Die perfekte autoamtische Lösung habe ich noch nicht gefunden. Daher nutze ich Dragon. Es ist ein Sprachsteuerungsprogramm, mit dem ich meinem Schreibprogramm auch Texte diktieren kann. Bei Interviews mache ich es jetzt so: Ich höre per Kopfhörer mit einem Ohr das Interview und spreche die Interviewpassagen einfach nach. Der Computer ist an meine Stimme gewöhnt und so kann ich – quasi in Echtzeit – das Interview verschriftlichen, was eine enorme Zeitersparnis ist.

TripIt_icon_flatTripit

Kommen wir zum Thema “Reisen”. Als Reporter – und gerade als Korrespondent – ist man häufig in der Welt unterwegs. Da kann man schon mal die Übersicht verlieren, wo man jetzt gerade die Wegbeschreibung zum Hotel hingepackt hat und wann der nächste Weiterflug von welchem Gate ging. Tripit hilft bei der Organisation. Jede Buchungsbestätigung aus dem Mailpostfach geht mit einem simplen Klick an die App und dort habe ich dann chronologisch aufgelistet, wann ich wo welchen Anschlusszug nehmen muss, mit Links und Wegbeschreibungen und der Möglichkeit zu eigenen Notizen. Hilft auf Reisen sehr, den Überblick zu behalten.

Darüber hinaus benutze ich auch noch spezifisch die ein oder andere weitere App (z.B. Tweetdeck für Twitter – darüber muss man aber glaube ich nicht mehr viel sagen) oder bestimmte Computerprogramme für spzeifische Probleme (wie z.B. Datenvisualisierungen, etc.), aber bei den oben genannten handelt es sich um die wirklichen Standardapps, die ich fast täglich nutze.

Hardware

Ich liebe zwar auch – je nach Einsatzfeld – mein “vernünftiges” Equipment. Wenn ich also speziell für das Fernsehen oder Radio arbeite, benutze ich natürlich meine Spiegelreflex, meine Videokamera oder mein Aufnahmegerät, aber mein Handy habe ich immer dabei. Und da die Qualität in der Regel hervorragend ist (und man gerade in brenzligen Situationen mit einem Handy kaum auffällt) habe ich normalerweise auch immer zwei, drei Zusatzgadgets dabei, um die Aufnahmequalität z.B. bei Videos zu verbessern.

Externes Mikrofon fürs Handy

mikrofonFür bessere Tonaufnahmen beim Filmen mit dem Handy nutze ich gerne das Edutige EIM-003 für gut 55 Euro. Klar, es kann mit einem Profi-Mikrofon nicht mithalten, ist aber klein und verbessert die Tonqualität des Handys schon einmal enorm. Dazu noch ein kleiner Winkeladapter, damit man bei Videoaufnahmen auch den Ton dort aufnimmt, wohin man filmt, und schon hat man eine kleine, feine Videokamera dabei.

Handliches Handstativ

shoulderpodDas Shoulderpod S1 gibt es mittlerweile schon für etwas mehr als 30 Euro und ich habe es immer dabei. Aus zwei Gründen: Einmal weil man damit beim fotografieren und filmen tatsächlich deutlich ruhiger aus der Hand filmen kann und zweitens, weil man dank der Schlaufe das Handy immer am Handgelenk hat, es dadurch weder runterfallen kann (in eine Schlucht oder einen Teich) und man es gerade an touristischen Orten oder auf Demonstrationen nicht verliert.

Kamaerafahrten wie im Kino

gimbalNicht immer dabei, aber wenn ich weiß, dass ich vernünftig filmen will, dann packe ich den Z1 Gimbal ein. Handy wird dann eingespannt, das Gerät eingeschaltet, es tariert sich schnell aus und man kann auf einmal mit Handy Schwenks, Kamerafahrten oder einfach nur ruhige Bilder drehen, denen man kaum eine Bewegung anmerkt. Das handliche Gerät tariert das leichte Zittern der Hand in alle Richtungen super aus und hält die Kamera dadurch ruhig.

 

Welche Apps und Reportergadgets nutzt ihr so? Welche Programme möchtet ihr nicht mehr missen?

 

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